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«Ich will hören, was die Leute drückt»

Erschienen am: Di, 18.04.2017 · Erschienen in: Der Rheintaler

Werner Heule, 65 seit zehn Tagen, ist in den Vorstand der SVP Schweiz gewählt worden. Er ist einer, der nie fehlt, weder an Sitzungen noch an Parteiveranstaltungen.

Conny, die Gattin, gebürtige Rohner aus St.Margrethen, eifert ihm nach. Die Frau, mit der Werner Heule seit 21 Jahren verheiratet ist und zwei erwachsene Kinder hat, ist politisch ebenfalls in der SVP zu Hause. Sie ist Delegierte der Kantonalpartei sowie Delegierte der SVP Schweiz. Viele Anlässe besucht das Ehepaar gemeinsam.

Richtig machen, was man macht

Werner Heule ist seit vier Jahren Präsident der Widnauer Ortspartei. Dieses Amt übt er auch künftig aus, genauso wie er Delegierter der Kantonalpartei bleibt. Vergangenheit ist allerdings die kantonale Vorstandstätigkeit. Das Kreispartei-Präsidium hat Heule auch schon abgegeben. Vor zwei Jahren hatte der ehemalige Wirtschaftsinformatiker es übernommen, bei seinem frühzeitigen Übertritt in den Ruhestand. Er sagt: «Man kann den Job nur richtig machen, wenn man nicht zu viel macht.»

Genug, oder viel, ist es allemal, was das einstige CVP-Mitglied sich zumutet. Zwei Dutzend Sitzungen pro Jahr, viel Vorbereitung und zahlreiche Anlässe - da kommt was an Arbeit zusammen.

«Ich möchte für die Wirtschaft schauen»

Von den Standpunkten der Christdemokraten entfernten die eigenen Ansichten sich schon vor langer Zeit, vor ungefähr zehn Jahren trat Werner Heule - zu jener Zeit ein Parteiloser - der SVP bei. Hier passt es ihm. Er möchte «für die Wirtschaft schauen», wünscht sich mehr Entlastung: vertretbare Steuern und viel weniger Bürokratie.

Im Vorstand der SVP Schweiz ist Werner Heule eines von rund 120 Mitgliedern; auch der Oberrieter Nationalrat Roland Rino Büchel und Parteisekretärin Esther Friedli gehören dem Vorstand an.

Werner Heule zieht im Garten des Eigenheims in einem ruhigen Widnauer Wohnquartier genüsslich an der Zigarre, als Indy vorbeispaziert, die Maine-Coon-Katze. Sie und die andere Katze, Nero, verstehen sich nicht nur untereinander, sondern auch mit Kaya. Das ist die Hündin, die jeden Besucher gutmütig und bellend empfängt und fast gleich heisst wie die Hündin der früheren SVP-Nationalrätin Jasmin Hutter, die auf Raya hört.

Querelen sind nicht sein Ding

Das friedliche Zusammenleben der Tiere hat für Werner Heule wohl Vorbildcharakter. Jedenfalls sagt er, Querelen und Intrigen seien ihm zuwider.

Wo immer es krisele, sage er immer: «Wieso wird die Zeit nicht genutzt, um vorwärtszukommen?»

Er selbst hat sich stets zielstrebig bewegt. Beruflich, in fast einem halben Jahrhundert bei Wild bzw. Leica, entwickelte sich der anfängliche Disponent und Technische Sachbearbeiter zum Produktionsplaner und -steuerer, bis er schliesslich weltweit fürs Qualitätsmanagement zuständig war. Ab 1979 arbeitet er in der Informatik, wozu eine permanente Führungsausbildung gehörte.

Zivlilschützer mit Leib und Seele

Ähnlich forsch strebte der SVP-Exponent, der eher gemässigt auftritt, im Zivilschutz nach oben. Einst Dienstchef des Widnauer Zivilschutzes, stieg er zum regionalen Dienstchef auf, dann zum Stabschef der RZO Mittelrheintal – und nun, schon seit 15 Jahren, ist Werner Heule im regionalen Führungsstab zuständig für den Zivilschutz und somit für wichtige Dinge wie Evakuierung im Ernstfall.

Was er im Vorstand der SVP Schweiz machen könne, werde er sehen, meint der Gewählte. Er gibt sich offen, sagt «Schauen wir mal, was mir zugeteilt wird».

Jeder Tag wird im Büro begonnen

«Es gibt immer irgend etwas für die SVP zu tun», hat er erfahren. Jeden Tag beginnt er deshalb im Büro. «Dänn flügt me echli us, goht under d’Lüt.» Er wandert gern, geht mit dem Hund spazieren, sagt, den Ruhestand geniesse er. Die Gattin ist seit letztem Herbst bei Rhyboot tätig, macht Nachwache im Altstätter «Jung Rhy».

Werner Heule bleibt fast immer ernst, doch manchmal platzt ein breites Lachen ins Gespräch. An dessen Ende, ungefähr nach einer Stunde, sagt er: «So, jetz no echli an Stammtisch.» Auch am Abend, jedenfalls für eine Weile, unter Leuten sein, das ist ihm wichtig. Werner Heule sagt: «Ma mues jo ghöre, wa d’Lüt truckt.»

 

 

https://rheintaler.ch/artikel/ich-will-hoeren-was-die-leute-drueckt/38557

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