» zurück zu allen Zeitungsberichten

«Manche wünschen eine Auswahl»

Erschienen am: Fr, 10.06.2016 · Erschienen in: Der Rheintaler

«Manche wünschen eine Auswahl»

Max Tinner 0 Kommentare

Die Kommunalwahlen in der Gemeinde Oberriet werden dieses Jahr speziell: Die SVP greift mit Marcel Dietsche den amtierenden FDP-Gemeindepräsidenten Rolf Huber an. Gestern Freitag wurde Dietsche von seiner Partei offiziell nominiert.

KRIESSERN. Rolf Huber ist nicht der erste amtierende Gemeindepräsident, der bei den Erneuerungswahlen von einem Gegenkandidaten herausgefordert wird. In Au hat vor vier Jahren der Herausforderer sogar die Wahl gewonnen. Ungewöhnlich ist eine solche Kandidatur trotzdem. Wie damals in Au scheint sie auch heute in der Gemeinde Oberriet aus einer latenten Unzufriedenheit heraus motiviert zu sein. Eine Gruppierung sei an ihn herangetreten und hätte ihn zur Kampfkandidatur ermutigt, erklärte Marcel Dietsche an der Nominationsversammlung der SVP der Gemeinde Oberriet gestern im Campingrestaurant am Sonnensee in Kriessern: «Manche wünschen sich die Möglichkeit, aus einer Auswahl wählen zu können.» SVP-Ortsparteipräsident Ernst Gächter betonte, dass Dietsches Kandidatur nicht von der Parteileitung ausging, dass sich diese aber hinter ihn stelle.

«Gemeinderat zu mutlos»

Dem Gemeinderat insgesamt wirft Marcel Dietsche keine Fehler vor, allenfalls eine gewisse Mutlosigkeit – in der Entwicklung der Gemeinde, im Besonderen aber auch in der Finanzpolitik. Zur Erinnerung: Der Kriessner SVP-Kantonsrat hatte an der Bürgerversammlung statt der vom Gemeinderat beantragten Steuerfusssenkung um 2 % eine um 5 % verlangt, ist damit aber knapp nicht durchgekommen.

Dietsche wünscht sich auch eine offenere Kommunikation des Gemeinderates. Er denkt dabei an Gemeinderatssitzungen in den Dörfern mit anschliessenden öffentlichen Aussprachen mit der Bevölkerung. Auch ein Bürgerforum könnte er sich vorstellen. Ein Anliegen ist ihm weiter, die Einigkeit in der Fünf-Dörfer-Gemeinde zu stärken.

Marcel Dietsche schätzt die Chance, gewählt zu werden, hoch ein, nicht zuletzt wegen des Glanzresultates in den Kantonsratswahlen von Ende Februar im Besonderen in der Gemeinde Oberriet.

Kandidatin für Gemeinderat

Nebst mit einem Kandidaten fürs Gemeindepräsidium tritt die SVP auch mit einer Kandidatin für den Gemeinderat an, mit Romy Mattle, der Frau von Pemat-Inhaber Peter Mattle. Sie ist in Montlingen aufgewachsen und engagiert sich in ihrer Freizeit im Katholischen Frauenbund St. Gallen-Appenzell und im Muki-Turnen Oberriet. Sie schätze den Kontakt mit den Leuten und würde die Interessen der Bevölkerung auch gerne im Gemeinderat wahrnehmen, sagte sie zu ihrer Motivation.

Weiter wurde der frühere SVP-Kantonsrat und Kantonalparteipräsident Thomas Zünd für die Geschäftsprüfungskommission der Primarschulgemeinde Eichenwies-Kriessern-Montlingen-Oberriet nominiert.

Unabhängig von der Kandidatensuche der Parteileitung ist Josef Wüst, der Bruder von Kantonsrat Markus Wüst, für eine Kandidatur für den Verwaltungsrat der Ortsgemeinde Montlingen angefragt worden. Die Nominationsversammlung sprach sich gestern dafür aus, auch ihn zu unterstützen.

Offen ist noch, ob die SVP mit einem Kandidaten oder einer Kandidatin für die GPK der Politischen Gemeinde antritt. Ein Kandidat, den man dafür ins Auge gefasst hatte, habe abgesagt, sagte Ernst Gächter. Die Versammlung erteilte nun der Parteileitung die Kompetenz, von sich aus jemanden nachzunominieren, sollte sich noch eine geeignete Person finden.

Ernst Gächter wie auch Nationalrat Roland Rino Büchel wiesen auf das SVP-nahe Abstimmungs- und Wahlverhalten der Oberrieter Bevölkerung in kantonalen und nationalen Belangen hin. Sie hoffen nun, dass der Partei dieses Vertrauen auch auf kommunaler Ebene entgegengebracht wird.

 

» zurück zu allen Zeitungsberichten

SVP Rheintal | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Realisierung: RightSight.ch