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«Blocher zu toppen, wird schwierig»

Erschienen am: So, 02.08.2015 · Erschienen in: Der Rheintaler

 

 

«Blocher zu toppen, wird schwierig»

Seraina Hess 0 Kommentare

Letztes Jahr sprach Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel in St. Margrethen, dieses Jahr Christoph Blocher. Den alt Bundesrat an der nächsten 1.-August-Feier zu überbieten, werde nicht einfach, sagt Organisator Karl Schönenberger.

ST. MARGRETHEN. Das Dorf kann auf eine lange Reihe von prominenten Rednern zurückblicken. Nationalrat Thomas Müller, Regierungsrat Stefan Kölliker, SVP-Parteipräsident Toni Brunner oder Bundesrat Ueli Maurer – sie alle waren bereits in St. Margrethen. Mit Weltwoche-Verleger Roger Köppel gewann Organisator Karl Schönenberger 2014 einen weiteren SVP-Sympathisanten. Und mit dem SVP-Übervater Christoph Blocher ist der Zenit erreicht.

«Asylchaos» beseitigen

Christoph Blocher zog dementsprechend mehrere Hundert Besucher ins Festzelt beim Schulhaus Wiesenau, die ihm alle paar Sätze zuklatschten oder seine Aussagen mit kräftigem «Jawohl!» quittierten. «Wohin ich als Unternehmer auch reiste», sagte der alt Bundesrat, «wir werden überall um unsere direkte Demokratie beneidet.» Zu den Werten der Schweizer Bevölkerung würden seit jeher Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Weltoffenheit gehören. «Wir müssen aber schauen, dass dies so bleibt», sagte Blocher unter tosendem Applaus und wechselte damit zum ernsten Teil der Ansprache. Es sei zwar für viele verlockend, sich auf weitere Verträge mit der EU einzulassen – doch die Schweizer müssten das verhindern, wenn sie ihre Handlungsfreiheit nicht verlieren wollen. Auch das «Asylchaos» müsse durch den Bundesrat beseitigt werden. «Niemand wird abgewiesen, wenn er verfolgt wird. Die anderen haben hier aber keinen Platz.» Zuletzt sprach sich Blocher für die Armee aus, die angesichts der Ukraine-Krise noch mehr an Bedeutung gewinne.

SVP-lastige Bundesfeiern

So sehr die Gäste Blocher schon während der Rede zujubelten – die Euphorie stand in keinem Verhältnis zur Stunde danach. Männer und Frauen drängten sich in einer Schlange vor das Rednerpult und warteten, um Blocher die Hand zu schütteln, ein paar Worte zu wechseln oder ein Foto mit ihm aufzunehmen. Karl Schönenberger organisiert die St. Margrether Bundesfeiern seit 13 Jahren. Nach der Rede war er zufrieden: «Das war die beste Ansprache, die wir je hatten.» Darauf angesprochen, dass die Feiern in den letzten Jahren sehr SVP-lastig waren, sagte er: «Das ist keine Absicht. Ich habe mehrere Politiker anderer Parteien angefragt – aber ich bekomme stets Absagen. Nicht so von SVP-Politikern.» Tatsächlich waren in St. Margrethen bereits Politiker aus anderen Parteien zu Gast. So beispielsweise Regierungsrätin Heidi Hanselmann (SP) oder Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP). Thomas Müller gehörte damals, als er St. Margrethen besuchte, noch der CVP an.

Schönenberger gestand aber auch, dass er wegen der Redner-Auswahl in den letzten Jahren schon mehrfach kritisiert wurde, auch vom Gemeinderat. Dieser hätte sich einen Vertreter aus der Wirtschaft oder aus dem Sport gewünscht. «Nach Roger Köppel war es aber mein Ziel, diesen zu überbieten – und Christoph Blocher abzusagen, hätte ich nicht gewagt.»

Einem linken Politiker stehe grundsätzlich nichts im Weg. «Nur Grüne werde ich nicht verpflichten», sagte Schönenberger. Doch eines steht für den St. Margrether fest: Einen Redner mit der Bekanntheit von Christoph Blocher zu finden, wird sich schwierig gestalten, ganz gleich aus welchem politischen Lager.

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