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SVP St. Margrethen stellt Moslems an den Pranger

Erschienen am: Mi, 02.09.2015 · Erschienen in: Der Rheintaler

Fabian Herter (Archivbild: gb)

SVP St. Margrethen stellt Moslems an den Pranger

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Fabian Herter fotografierte am Strandbad eine Frau im Burkini und veröffentlichte das Foto anschliessend.

Im Kampf gegen die Moslems hat die SVP St. Margrethen offenbar eine neue Waffe entdeckt: Die Fotokamera. Als SVP-Vizepräsident Fabian Herter im Strandbad eine Frau im Burkini entdeckte, zückte er kurzerhand das Smartphone. Die Ganzkörperverschleierung in der Badi sei ein klares Zeichen für Extremismus und zeige, dass sich die Frau nicht integrieren wolle, sagte er gegenüber «20 Minuten». Am Tag darauf gibt sich Herter zerknirscht: Die Veröffentlichung des Fotos habe nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Unserer Zeitung verweigert er weitere Informationen.

Fotografieren verboten

Den Bademeister des Strandbades in St. Margrethen ärgerte nämlich nicht die badende Frau im Burkini, sondern, dass Gäste ohne deren Erlaubnis fotografiert würden. «Das grenzt an Stalking.»

Gemeindepräsident Reto Friedauer bestätigt auf Anfrage: Filmen und Fotografieren in der Badi seien verboten. «Dies ist in der Badeordnung explizit festgehalten.» Die Gemeinde werde den Fall rechtlich beurteilen und denke über Konsequenzen nach. Kleideranweisungen gebe es in der geltenden Badeordnung hingegen keine. Auf die Badesaison 2016 werde man allfällige Änderungen prüfen.

Parteipräsident macht's vor

Herter ist nicht der einzige Paparazzo in der SVP St. Margrethen: Auch Parteipräsident Marcel Toeltl hat es sich zur Aufgabe gemacht St. Margrethens Moslems an den Pranger zu stellen. Auf seinem Twitter-Account veröffentlicht er die Schnappschüsse. So lichtete er Mitte August eine Muslima mit Kopftuch beim Rasenmähen ab und wirft ihr mangelnden Integrationswillen vor. Über einem Bild mit Wäsche, die – angeblich am Sonntag – auf dem Balkon zum Trocknen aushängt, prangt die Überschrift: «So respektieren Balkanesen unsere Feiertage. Kein Wille sich zu integrieren.»

Auch auf seinem Blog schoss Toeltl scharf gegen Einwanderer: Im Mai musste sich der Präsident der SVP-Ortspartei wegen rassistischer Kommentare vor der St. Galler Staatsanwaltschaft verantworten. Er wurde mit 50 Tagessätzen auf Bewährung gebüsst. Er will das Urteil vor Bezirksgericht anfechten.

«Wildfremde Menschen»

Immer wieder sehen sich die Moslems St. Margrethens also Auge in Auge mit einer Kamera. Der wohl bekannteste von ihnen, Emir Tahirovic, der sich etwa gegen das Kopftuchverbot der Schulgemeinde gewehrt hatte, tappte ebenfalls in die Fotofalle: Seit seinem öffentlichen Auftritt in dieser Zeitung werde er von wildfremden Menschen abgelichtet, sagt er.

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