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SVP wieder offiziell im Gemeinderat

Erschienen am: So, 08.03.2015 · Erschienen in: Der Rheintaler

SVP wieder offiziell im Gemeinderat

Gert Bruderer 0 Kommentare

Die Kampfwahl um den frei werdenden Gemeinderatssitz in Rüthi endet zugunsten der SVP: Monika Bräm ist mit 378 Stimmen gewählt, bei einem absoluten Mehr von 292. CVP-Kandidatin Judith Signer-Wüst erhält 178 Stimmen. Die Wahlbeteiligung beträgt 43,61 Prozent.

RÜTHI. Bei der CVP herrscht keine Katerstimmung. Judith Signer, die das Ergebnis am Sonntagmittag von unserer Redaktion erfährt, kommentiert es mit «nicht so schlimm». Sie lacht. Das Leben gehe weiter, auch wenn sie nicht im Gemeinderat sei. «Ich gönne Monika Bräm den Wahlerfolg vollkommen», fügt sie hinzu.

Gelassen äussert sich auch Gemeindepräsident Thomas Ammann, das Rüthner CVP-Urgestein. Seiner Partei sei es nicht darum gegangen, die absolute Mehrheit im Gemeinderat zu halten. Wichtiger sei gewesen, dass die Wählerschaft eine Auswahl gehabt habe. Mit Blick auf das politische Leben in Rüthi äussert Ammann sich realistisch: Angesichts des SVP-Stimmenanteils in der Gemeinde sei es aus seiner Sicht gut, wenn die SVP im Rat vertreten sei.

Im Prinzip war sie das schon. Denn Aldo Frei war seinerzeit als SVPler in den Rat gewählt worden. Später wurde er parteilos. Mit Monika Bräm ist die SVP nun wieder «offiziell» im Rat vertreten.

Noch zwei CVP-Sitze

Die Gewählte ersetzt (als erste SVP-Frau im Rüthner Gemeinderat) den auf Ende März aus beruflichen Gründen ausscheidenden CVP-Mann Marcel Binder. Die CVP ist nun noch mit zwei Mitgliedern im Rat präsent – mit Gemeindepräsident Ammann und mit Marion Heeb. Richard Wenk und Aldo Frei sind parteilos und verfolgen eine bürgerliche Linie.

Drei Räte rechts von der Mitte

Die politische Ausrichtung des Rüthner Gemeinderates lässt sich nach der gestrigen Ersatzwahl so zusammenfassen: Die CVP sitzt noch mit zwei Vertretern im Rat, die restlichen drei stehen politisch rechts von der Mitte.

Für Thomas Ammann steht eine gute Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums im Vordergrund. Was dies betrifft, erhält Monika Bräm Vorschusslorbeeren, denn Ammann geht davon aus, dass mit der SVP-Vertreterin eine sachorientiert mitwirkende Kraft im Gemeinderat Einsitz nimmt.

«Roti Bäggli»

Mit Monika Bräm erhält der Gemeinderat eine kantonal prominente Frau, denn die Lebenspartnerin von SVP-Kantonsrat Peter Eggenberger wirkt als Geschäftsführerin der SVP-Kantonalpartei. Ihr Kommentar zum Wahlergebnis gestern Mittag: «Im Moment freue ich mich einfach.» Und weiter: «I han echli Herzchlopfe und roti Bäggli übercho.» Der Puls sei schon etwas gestiegen, als sie vom Wahlausgang erfahren habe. Ihren Erfolg schreibt Monika Bräm einerseits der Unterstützung durch die FDP zu. Ausserdem könne ihre politische Erfahrung eine Rolle gespielt haben, ebenso ihre Flexibilität, zumal ihre Kinder bereits gross seien.

Eine Gegenstimme sein

Sowohl CVP-Kandidatin Judith Signer als auch SVP-Vertreterin Monika Bräm leben noch nicht sehr lange in Rüthi. Judith Signer ist seit wenigen Jahren mit der Familie hier, Monika Bräm ist seit November 2013 in Rüthi angemeldet. In der doch recht kurzen Zeit seither hat sie in Rüthi hohe Bekanntheit erlangt. Wie ihr Partner, der den Männerchor präsidiert, ist Monika Bräm im Dorf präsent.

Die Frage, ob gemeinderätliche Entscheide künftig stärker auch von SVP-Positionen geprägt seien, beantwortet Monika Bräm so: Sicher werde sie im Gemeinderat bei gewissen Themen eine Gegenstimme sein, zum Beispiel, wenn es um die Verschuldung, die Steuerbelastung oder die Standortförderung gehe.

Bei der von Rüthi schon lange gezielt geförderten Ansiedlung von Unternehmen, findet Monika Bräm, sei eine noch grössere Vielfalt anzustreben.

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