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«Das Kind kann nichts dafür»

Erschienen am: Fr, 12.04.2013 · Erschienen in: Tagblatt

«Das Kind kann nichts dafür»

Eine Gruppe von SVP-Politikern lanciert in mehreren Kantonen Vorstösse für mehr Babyfenster in der Schweiz. Mit dabei ist der St. Galler Kantonsrat Mike Egger.

REGULA WEIK

ST. GALLEN. Motor hinter der Idee, weitere Babyklappen in der Schweiz einzurichten, ist der Berner SVP-Grossrat Thomas Fuchs. Er kämpft seit mehr als zehn Jahren für ein Berner Babyfenster. Im November habe er sein Anliegen auf kantonaler Ebene endlich durchsetzen können, hiess es in der NZZ am Sonntag. Der Berner Regierungsrat prüfe nun die Einrichtung einer Babyklappe.

Das Wohl des Kindes

Die Idee ist auch in der Ostschweiz bei SVP-Politikern ein Thema. So bei Mike Egger, Rheintaler Kantonsrat und Präsident der Jungen SVP. Er sagt auf Anfrage: «Das Kind kann nichts dafür, dass es in eine schwierige Situation hinein geboren wird und dass die Mutter oder die Familie nicht für das Kind sorgen kann.»

Für den 21-Jährigen ist klar: «Jedes Kind soll in einer korrekten und intakten Familie aufwachsen können.» Er selber wurde in Rorschach geboren und wuchs mit drei Schwestern in Berneck auf. Die Eltern führen ein Restaurant im Dorf. Das Wohl des Kindes stehe für ihn zuoberst, sagt Egger.

An zentraler Lage

Heute gibt es zwei Babyfenster in der Schweiz, eines in Einsiedeln und – seit vergangenem Sommer – ein zweites in Davos. Wo kann sich Egger im Kanton St. Gallen eines vorstellen? «Es sollte zentral gelegen sein», sagt der junge Politiker, «am ehesten in der Stadt St. Gallen, allenfalls am Kantonsspital St. Gallen.»

Im Thurgau ist das Babyfenster ebenfalls ein Thema. Auch dort ist ein Vorstoss in Diskussion, aber noch nicht eingereicht.

Nach der Eröffnung der zweiten Babyklappe in Davos hatten Ostschweizer Spitäler auf die Frage, ob sie sich weitere Babyfenster an ihrem Spital vorstellen können, zurückhaltend reagiert. Der Aufwand sei nicht zu unterschätzen; ein Babyfenster müsse permanent überwacht werden. Die Spitäler stellen sich zudem die Frage, wie notwendig Babyfenster tatsächlich sind. Seit der Einrichtung der Babyklappe in Einsiedeln 2002 sind acht Kinder abgegeben worden.

Erst das Geld, dann die Klappe

Und wann will Egger seinen politischen Vorstoss im Kantonsparlament einreichen? «Er steckt noch in den Kinderschuhen», sagt der SVP-Politiker, «es dürfte Herbst werden.» Der Grund: Egger will seine politische Tätigkeit in den nächsten Wochen auf das neue Sparpaket fokussieren, welches die Regierung demnächst vorlegen und welches in einer Sondersession im Juni im Parlament beraten wird.

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