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IG setzt Roger Trösch unter Druck

Erschienen am: Do, 11.04.2013

IG setzt Roger Trösch unter Druck

In St. Margrethen fährt eine Interessengemeinschaft unter Karin Thurnheer scharfe Geschütze auf: Weil Schulratspräsident Roger Trösch an der Schulbürgerversammlung seinen Lohn nicht offenlegen wollte, reicht sie beim Kanton eine Beschwerde ein. «Alles nur Parteigeplänkel», sagt Trösch.

SERAINA HESS

ST. MARGRETHEN. «Bewahren und Verteidigen von Bürgerrechten» – so heisst die Interessengemeinschaft, die den Schulratspräsidenten Roger Trösch seit der letzten Schulbürgerversammlung unter Druck setzt.

Die Gruppe – das sind die SVP-Mitglieder Karin Thurnheer, Marcel Toeltl, Fabian Herter und Rolf Thurnheer. Was sie wollen: Eine Begründung für die Pensumserhöhung von Trösch, zudem die Höhe seines Gehalts. «In einem öffentlichen Amt ist man dazu verpflichtet, das Einkommen offenzulegen», sagt die ehemalige Präsidentin der SVP St. Margrethen, Karin Thurnheer.

Pensum wird immer höher

Begonnen hat der Konflikt, als Trösch 2009 sein Amt übernahm. Sein Vorgänger hatte ein Zwanzig-Prozent-Pensum inne, Trösch stieg mit dreissig ein. Thurnheer interveniert, weil das Pensum in den vergangenen vier Jahren weiter stieg: «Erst erhöhte die Schulgemeinde das Pensum stillschweigend auf 42 Prozent. Erfahren haben wir das erst, als letztes Jahr in der Gemeindezeitung stand, dass man die 42 Prozent auf fünfzig anheben will». Die IG erwartet von Trösch eine Begründung für das erhöhte Pensum, «schliesslich ist die administrative Arbeit nicht Sache des Schulratspräsidenten, sondern des Sekretariats».

Trösch stellt sich der Kritik: Das Amt sei mit den Jahren durch eine Arbeitsgruppe immer mehr professionalisiert worden und könne schon lange nicht mehr als Feierabend-Beschäftigung angesehen werden. Mit der Verkleinerung des Schulrats von neun auf sieben Mitglieder falle nun mehr Arbeit an für ihn. «Trotzdem spart die Schulgemeinde 5000 Franken pro Jahr», sagt Trösch.

Misstrauen kommt auf

Beim Departement des Inneren fordert die IG nun mit einer Stimmrechts- und Aufsichtsbeschwerde, dass Trösch nicht nur den Grund für seine Pensumserhöhung, sondern auch sein Gehalt preisgibt. Anschliessend soll es zu einer neuen Abstimmung über das Budget 2013 kommen.

Trösch war an der Schulbürgerversammlung nicht bereit, über sein Einkommen zu reden. «Er stützte sich dabei auf Abklärungen mit dem Kanton, wonach er nicht dazu verpflichtet sei, seinen Lohn preiszugeben. Der zuständige Beamte verneinte aber, Trösch Auskunft erteilt zu haben», sagt Thurnheer. Zudem zweifelt sie die Vollständigkeit des Protokolls der Versammlung an. Die Mängelrüge, von der sie dort Gebrauch gemacht hat, sei nicht im korrekten Wortlaut wiedergegeben.

In der Medienmitteilung der IG wird deshalb von starken Zweifeln gegenüber dem Schulratspräsidenten gesprochen: Man fragt sich, «ob Trösch mit dem Makel der Unglaubwürdigkeit überhaupt noch im Amt zu halten ist.»

Trösch weist die Vorwürfe von sich: Er habe sich nie beim Kanton über die Lohn-Frage erkundigt, sondern sich auf ein Dokument gestützt, das die Gemeinde vom Kanton erhalten hat. «Das Schreiben besagt, dass ich keine Auskunft über meinen Lohn geben muss», sagt Trösch. Das Protokoll sei von vier Stimmenzählern unterschrieben worden und somit korrekt.

Politisch motiviert

Der Schulratspräsident glaubt nicht, dass sein Lohn die IG tatsächlich interessiert: «Es handelt sich um ein politisches Geplänkel. Alle IG-Mitglieder sind von der SVP», sagt FDP-Mann Trösch.

«Das hat sich so ergeben», sagt Thurnheer. «Es gibt noch mehr Bürger, die unserer Meinung sind, sich aber nicht exponieren.»

Für Trösch sind die Beschwerden dennoch politisch motiviert: «Fabian Herter drohte uns schon im November, als die SVP an den Gemeindewahlen scheiterte.» Die damaligen Worte Herters in einem Mail an einen Vertreter der Freisinnigen: «Die FDP und deren Vertreter dürfen sich auf vier spannende Jahre freuen!»

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