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Tagesfamilien intensiver unterstützen

Erschienen am: Fr, 29.03.2013 · Erschienen in: Der Rheintaler

Tagesfamilien intensiver unterstützen

Carmen Bruss liegt eine optimale Betreuung aller Kinder am Herzen. Deshalb wandte sie sich an der Bürgerversammlung mit einem Auftrag an den Schulrat. Der Rat soll Schülerhort und den Verein Tagesfamilien Mittelrheintal unterstützen.

MONIKA VON DER LINDEN

DIEPOLDSAU. Es entspreche einem Bedürfnis, einen Kinderhort in der Schule Diepoldsau-Schmitter einzurichten, sagte Schulratspräsident Christian Sepin. Die Errichtung dieser ausserfamiliären Betreuung war an der Bürgerversammlung der Einheitsgemeinde Diepoldsau das einzige Traktandum, das Fragen aufwarf.

Bereits an der Vorversammlung, am Montag, hatte sich Carmen Bruss diesbezüglich kritisch geäussert. «Anstatt einen Kinderhort zu eröffnen, wäre es sinnvoller, sich auf das Angebot des Vereins Tagesfamilien zu stützen», hatte sie gesagt (siehe diese Zeitung vom 26. März).

Kinder bestens aufgehoben

Bis zur Bürgerversammlung am Mittwochabend habe sie noch einmal überlegt und sei zur Einsicht gekommen: «Im neu geplanten Kinderhort ist das eine Kind bestens aufgehoben, andere brauchen eine persönliche, intensivere Betreuung», sagte Bruss. Das sei bei einer passenden Tagesfamilie besser gewährleistet.

Nicht nur ein Lippenbekenntnis

Weil das Kindswohl bei einer ausserfamiliären Betreuung Priorität habe, liege es ihr sehr am Herzen, dem Schulrat einen schriftlichen Auftrag zu erteilen. Damit es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibe, sagte sie. Carmen Bruss beauftragte den Schulrat, zwingend bei jeder Vermittlung ein Gespräch mit den Eltern zu führen und sie auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Betreuung aufmerksam zu machen. Ein solches Gespräch sollen die Eltern quittieren. Weiter sagte sie, der Schulrat möge den Verein Tagesfamilien Mittelrheintal bei der Rekrutierung passender Tagesfamilien unterstützen und mindestens einmal pro Semester eine Sitzung mit ihm führen.

«Es freut mich, dass du schreibst, die Kinder sind im Kinderhort gut aufgehoben», wandte sich Christian Sepin an Carmen Bruss. Wie jedes Kind anders sei, sei entsprechend auch eine andere Betreuung ideal. Gerne nehme er den Auftrag entgegen und sei mit ihr einig, die Zusammenarbeit mit dem Verein Tagesfamilien Mittelrheintal zu intensivieren.

24 Anmeldungen für den Hort

Während der Erstellung des Konzeptes für den Kinderhort, das bereits genehmigt sei, habe es Gespräche mit dem Verein Tagesfamilien gegeben. Eine Tagesfamilie ersetze keinen Schülerhort, habe seinerzeit Tatjana Celato (Vermittlerin) gesagt. «Kinder melden sich nicht selber an, deshalb finden Gespräche mit Eltern sicher statt», fügte Sepin an. In der Kinderbetreuung sei die Zusammenarbeit mit Eltern ebenso selbstverständlich wie in der Schule. Seit der Orientierungsversammlung habe es eine weitere Anmeldung für den Hort gegeben, aktuell gebe es 24 zum Schuljahrsbeginn.

Zuvor hatten die 162 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der evangelischen Kirche die Jahresrechnung 2013 und das Budget 2013 der Einheitsgemeinde diskussionslos und einstimmig genehmigt. Die Rechnung schloss mit einem Ertragsüberschuss von 2,01 Millionen Franken ab. Da mit einem Rückschlag von 160 800 Franken gerechnet worden war, verzeichnet die Rechnung eine Besserstellung von 2,171 Mio. Franken. 500 000 Franken des Gewinns werden als Reserve für die Zentrumsgestaltung zurückgelegt. Das Projekt «Duett» war als Gewinner aus einem Studienauftrag hervorgegangen (siehe diese Zeitung vom 7. März).

Steuerfuss bleibt bei 100 Prozent

Obwohl der Gemeindepräsident Roland Wälter ein erfreuliches Jahresergebnis präsentieren konnte und die Einheitsgemeinde ein Guthaben von 1790 Franken pro Einwohner ausweist, beschlossen die Bürgerinnen und Bürger einen unveränderten Steuerfuss von 100 Prozent. Das vom Kantonsrat verabschiedete Sparpaket bringe den Gemeinden zusätzliche und massive Mehrkosten. Für die Gemeinde Diepoldsau seien dies in diesem Jahr 600 000 Franken und ab dem nächsten Jahr 800 000 Franken, sagte Wälter. Im Budget 2013 der Einheitsgemeinde ist ein Ausgabenüberschuss von 265 400 Franken eingerechnet.

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