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Rheintaler wollen "ihren" Notarzt

Erschienen am: Sa, 22.09.2012 · Erschienen in: Der Rheintaler

Viele Rheintalerinnen und Rheintaler kritisierten gestern Abend, dass es zu lange dauere, bis der Notarzt aus St. Gallen oder Grabs eintrifft. (Bild: Kurt Latzer)

 

ALTSTÄTTEN. Mehrere hundert Personen erlebten gestern im «Sonnen»-Saal in Altstätten emotionsgeladene Diskussionen zum Thema Notarzt-Versorgung im Rheintal. Eine Lösung, welche dem Rheintal einen offiziellen Notarzt näher bringt, gab es nicht.

KURT LATZER

Am Podium, zu dem die SVP Rheintal eingeladen hat, stellten sich Stefan Lichtensteiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Spitalregion Rheintal-Werdenberg-Sarganserland, Kantonsarzt Markus Betschard, Günter Bildstein, Leiter Rettungsdienst Kantonsspital St. Gallen, Jochen Steinbrenner, ärztlicher Leiter Rettungsdienst Kantonsspital St. Gallen und Notarzt Rolf Schück den Fragen aus dem Publikum. Moderiert wurde der Abend von Herbert Huser, Präsident der SVP Kanton St. Gallen und Karin Thurnheer, Präsidentin SVP St. Margrethen.

Nicht teamfähig

Nach einer Vorstellung des St. Galler Notrufsystems und späteren Ausführungen von Rolf Schück, weshalb er das System immer wieder kritisiert hatte, stand lange Zeit die Frage im Mittelpunkt, weshalb der Vertrag mit Rolf Schück gekündigt worden sei. Als Hauptgrund führten Markus Betschard und Stefan Lichtensteiger die mangelnde Teamfähigkeit Schücks ins Feld. Er habe sich zuletzt sogar geweigert, der Notrufzentrale zu melden, dass er vor Ort bei den Patienten sei. Zudem habe er ohne das Wissen der KNZ Rettungswagen oder Rega aufgeboten.

«Ich glaube es reichte, wenn ich der Zentrale meldete, ich sei losgefahren», rechtfertigte sich Rolf Schück. Was folgte war ein verbaler Schlagabtausch beider Seiten, der weit an dem vorbei ging, was das Publikum interessierte. «Wir wollen keine Notärzte, die in St. Gallen oder in Grabs stationiert sind und mehr als 20 Minuten brauchen, bis sie am Einsatzort sind», war mehrmals zu hören.

Stefan Lichtensteiger verwies dabei mehrmals auf den Leistungsauftrag des Kantons. Wenn man mehr wolle, als in 80 Prozent der Fälle innert 15 Minuten vor Ort zu sein, sei die Politik gefordert. Denn direkt ans Rettungswesen zahle der Kanton keinen Rappen, alles werde über den Leistungsauftrag an die Spitalregionen abgewickelt. Im Zusammenhang mit einem Notarzt im Rheintal wies Lichtensteiger auf die Folgen und die Kosten hin. Wenn das Rheintal einen Notarzt bekomme, der einen Vertrag mit der Spitalregion habe, könne dies in anderen Regionen Begehrlichkeiten wecken. «Solche Lösungen würden einige Millionen kosten», ist der CEO der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland überzeugt. Nach weiteren Diskussionen pro und kontra Schück wollte ein Vertreter der Interessengemeinschaft Pro Notarzt wissen, weshalb es nicht möglich sein solle, dass Rolf Schücks Telefonnummer, in der Kantonalen Notrufzentrale zu hinterlegen.

Schück immer noch Notarzt

Markus Lichtensteiger: «Nur von Notärzten, die mit uns einen Vertrag haben, wird die Telefonnummer in der Notrufzentrale hinterlegt.» Aber es sei ja nicht so, dass Rolf Schück kein Notarzt mehr sei. Es stehe jedem frei, ihn im Notfall direkt anzurufen. Er könne aber nicht über dieselbe Rettungsorganisation zurückgreifen, die zur Verfügung stehe, wenn jemand die offizielle Notrufnummer wähle.

Ein Lösung, welche die Rheintalerinnen und Rheintaler ruhiger schlafen lässt, zeichnete sich gestern Abend nicht ab.

 

 

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