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Kündigung für Schweizer Mieter In dieses Haus sollen nur noch Asylbewerber!

Erschienen am: Do, 19.07.2012 · Erschienen in: Blick

Esther Eugster fällt aus allen Wolken, als das rosarote Schreiben zu ihr nach Hause flattert.

 

Die Kündigung kommt ohne Vorwarnung. Aus heiterem Himmel. «Das hat mich am meisten getroffen», sagt die Serviceangestellte aus Berneck SG. «Ich habe mit einem unpersönlichen, eingeschriebenen Brief erfahren, dass ich meine Wohnung verliere.»

Rosarot ist die Mitteilung, die Esther Eugster (54) am 24. Juni bekommt. Knallhart der Inhalt: Per 30. September muss sie die Wohnung verlassen. Genau wie das ältere Schweizer Ehepaar nebenan, alle langjährige Mieter. Die Vermieterin ist die Gemeinde Berneck SG. Die Begründung heisst: Selbstnutzung!

Das vor drei Jahren renovierte Honglerhaus am Rathausplatz ist ein Schmuckstück. Das Bernecker Bauamt hat sogar seine Büros im repräsentativen Haus einquartiert. «Ich dachte, dass die Gemeinde die Räume vielleicht für weitere Büros braucht»,sagt Esther Eugster.

Die Wahrheit erfährt sie bei der Arbeit. «Ich servierte bei einem Apéro. Da kam der Gemeindepräsident zu mir. Fragte mich, ob ich denn nicht erschrocken sei», erzählt die 54-Jährige. «Und ganz beiläufig erwähnte er, dass die Gemeinde die Wohnungen für Asylbewerber brauche. Ich war wie gelähmt!»

BLICK hat bei Gemeindepräsident Jakob Schegg (FDP) nachgefragt, er bestätigt: In den beiden Wohnungen werden vorläufig aufgenommene Asylbewerber einquartiert! «Wir müssen 17 Flüchtlingen Unterkunft gewähren. Sieben haben wir schon – für die anderen zehn stellen wir jetzt das Honglerhaus zur Verfügung.» Der Gemeinderat sei «offen für bessere Vorschläge», so Schegg gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». «Aber wir fanden niemanden, der Asylanten seine Wohnung vermieten will.» Ausserdem liege das Honglerhaus in Sichtweite zum Rathaus. «Da hat man sie auch besser unter Kon­trolle», so Schegg.

Esther Eugster ist frustriert. «Bin ich weniger wert als die Fremden?» Sie wohnt seit fünf Jahren im Honglerhaus und zahlt ihre Wohnungsmiete regulär selbst.

SVP-Kantonsrat Mike Egger (19) will sie unterstützen, er hat eine Petition lanciert. «Die Gemeinde will keine Lösung suchen. Es gibt mindestens fünf Alternativen. So etwas darf nie wieder vorkommen.»

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