» zurück zu den Leserbriefen

Zusammenarbeit oder nur Höflichkeitsbesuche ?

Erschienen am: Mo, 17.09.2012 · Erschienen in: Der Rheintaler

Zusammenarbeit oder nur Höflichkeitsbesuche ?

 

Als intensiv beurteilen Regierungsrat Willi Haag und Rheintaler Gemeindepräsidenten die Kooperation mit Vorarlberg. Aber woraus besteht sie eigentlich ? Wurde irgendwann ein Projekt auch in ein Resultat umgemünzt ? Fraglich, eher nein! Zusammenarbeit bestand bis anhin dort, wo sie Pflicht war, nämlich bei unmittelbar grenzüberschreitenden Bauten. Aber von gemeinsamen Zukunftsvisionen mit Synergienutzung ist man meilenweit entfernt.

Lassen Sie mich zwei völlig unterschiedliche, voneinander unabhängige Beispiele aufführen – es gäbe deren Viele:

-          Anstelle zielführender Zusammenarbeit mit Vorarlberg und FL zur Lösung des grenzüberschreitenden Verkehrsproblemes inszeniert man nutzlose Uebungen wie die versuchsweise Umleitung des LKW-Verkehrs über Mäder/Kriessern.

-          Die fortschrittliche Gemeinde Götzis verfügt über ein hochmodernes Sozialzentrum (Haus der Generationen), wo unter einem Dach Seniorenheim, Kinderbetreuung, Gemeindearzt, Sozialdienste, Frauennetzwerk, Logopädie usw. untergebracht sind. Noch kein Rheintaler Gemeindepräsident hat diese sehr zukunftsgerichtete Institution als Projekt thematisiert, obwohl der Götzner Bürgermeister als Präsident der gemeinsamen Rheint. Grenzgemeinschaft amtet.

Man dürfe sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, meinte weiter unser Regierungsrat Willi Haag in den Vorarlberger Nachrichten. Wo will er sich dann ausruhen, wenn es nichts Erreichtes gibt ? Das angekündigte gemeinsame Agglomerationsprogramm (gemeinsame Raum- und Verkehrsplanung) ist in Vorarlberg mit dem Projekt „Vision Rheintal“ schon mehr oder weniger Tatsache. Es besteht die Befürchtung, dass die Schweizer Gemeinden nachträglich auf den Zug aufspringen. Ein anderes für die Schweizer Seite unrühmliches Beispiel ist die Tatsache, dass Vorarlberg offenbar ohne Wissen der Schweizer Nachbargemeinde vor den Toren Diepoldsaus einen neuen Autobahnanschluss baut. Das kann man wohl kaum Zusammenarbeit nennen. In Tat und Wahrheit befindet sich die gegenseitige Information eher auf dem Stand der Nachkriegszeit. Daran ändert wahrscheinlich auch die durch den Kanton ins Leben gerufene Netzstrategie (Verkehrslösung mittleres Rheintal) nichts. Anstatt  Netzstrategie, ein Wort, das vom Volk ohnehin nicht verstanden wird, würde ich mir mehr grenzüberschreitende Zukunftsstrategie wünschen. Vielleicht müssten die dafür verantwortlichen Vereine St.Galler Rheintal und Rheint. Grenzgemeinschaft etwas geöffnet werden. Denn es gibt Leute, die mindestens geografisch weitsichtig sind und den zwei Vereinen grenzüberschreitendes Leben einhauchen könnten. Gesucht sind somit auf Schweizer Seite eine aktivere  St.Galler Regierung und visionäre Gemeindepräsidenten.  Sie könnten in Vorarlberg viele Ideen holen, denn das Vorarlberger Rheintal hat grössere Dörfer, mehr Einwohner und in zahlreichen Bereichen modernere Einrichtungen.  Nur gemeinsame Mittagessen reichen eben nicht aus.

» zurück zu den Leserbriefen

SVP Rheintal | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Realisierung: RightSight.ch