» zurück zu den Leserbriefen

Dem Boden Sorge tragen

Erschienen am: Mi, 26.01.2011

Aufgrund des erfolgreich zustande gekommenen Referendums darf die Stimmbürgerschaft von St. Margrethen am 13. Februar 2011 über die Teilrevision Zonenplan im Gebiet Ottersbach abstimmen.

Die geplante Umzonung betrifft 6‘500 m2 Landwirtschaftszone, die bis heute von ortsansässigen Landwirten bewirtschaftet wird. Demgegenüber steht die Auszonung von 70‘000 m2 übriges Gemeindegebiet und 18‘000 m2 Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in die Landwirtschaftszone. Was auf den ersten Blick schön aussieht, entpuppt sich beim genaueren Betrachten als Mogelpackung. So unter dem Motto: „Hauptsache auf dem Papier stimmts!“ Die Auszonung in die Landwirtschaftszone beinhaltet unter anderem die ca. 40‘000 m2 im Bruggerhorn, welche bei einem Bau eines Zollhofes wahrscheinlich  im übergeordneten Interesse der grenzüberschreitenden Autobahn weichen müssen. Als weiteren Ersatz für die Fruchtfolgefläche im Ottersbach werden Flächen im Apfelberg, Ruderbach und Brüggershof genannt. Diese Weideflächen liegen jedoch fast ausschliesslich nördlich (schattig) am Berg und stellen somit nur in der Theorie einen realen Ersatz dar. Auch ohne den Verlust der Fruchtfolgefläche im Ottersbach bestehen in St. Margrethen diesbezüglich bereits Probleme. Diverse Flächen sind schon heute in einer ungünstigen Geländeform oder auf undurchlässigen Böden sowie in  überschwemmungsgefährdeten Gebieten ausgewiesen. Jeder Verlust von qualitativ hochstehendem Landwirtschaftsboden, sprich Fruchtfolgeflächen bedeutet eine Verringerung des Selbstversorgungsgrades der Schweiz und eine vermehrte Abhängigkeit von Importen. Aktuellst hat das UVEK (Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) eine Studie veröffentlicht, welche unter anderem festhält: Zitat: „Grosse Baulandreserven verleiten dazu, neue Gebäude auf grünen Wiesen, statt im gut erschlossenen Siedlungsgürtel zu erstellen. Verdichtetes Bauen ist das Gebot der Stunde.  Folgen der Zersiedelung sind unter anderem: hohe Lärm- und Luftbelastungen, steigende Infrastrukturkosten, Verarmung der Natur und Landwirtschaft.“

Die geplante Grossüberbauung Europuls wird nebst den positiven Effekten wie der Stärkung der Steuerkraft durch Neuzuzüge  und einer  Bereicherung an Verkaufsangeboten auch einige Knacknüsse für St. Margrethen mit sich bringen: Mehrverkehr, steigende Schülerzahlen welche unsere Schulhäuser nicht schlucken können, somit steigende Bildungskosten,  höhere Infrastrukturkosten - um einige Punkte zu nennen.  Stellen wir uns doch erst einmal dieser Herausforderung und schauen, wie sie bewältigt wird. Im Rahmen von verdichtetem Bauen wäre auch ganz klar dem Vorantreiben einer Zentrumsplanung mit der Koppelung von Gewerbe und Wohnen den Vorrang zu geben. Das „Pflanzen von Bäumen“ genügt da nicht.

Landwirtschaftsflächen generieren einen wichtigen Selbstversorgungsgrad. Grünflächen bedeuten Erholungsgebiet, Lebensraum für Tiere, frische Luft. Mit einem „Nein“ zur Umzonung Ottersbach erhalten wir uns und unserer Nachwelt einen wertvollen Naherholungsraum!

» zurück zu den Leserbriefen

SVP Rheintal | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Realisierung: RightSight.ch