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Eine Wahlanalyse mit Fakten

Erschienen am: Sa, 05.11.2011

Mit grossem Interesse verfolgte ich als nicht direkt Beteiligter die nationalen Wahlen. Die Wahlanalysen über die Parteien und unsere regionalen Kandidaten lösten teils doch etwas Erstaunen aus. Man hätte meinen können, nur die SVP sei die Wahlverliererin. In den Berichterstattungen weitgehend ausgeblendet wurde die Tatsache, dass CVP und FDP historische Tiefststände erreicht haben und im Falle der CVP sich auf dem Niveau der Fünfzigerjahre bewegen. Die einzigen wahren Sieger sind die Neuen GLP und BDP sowie die Sozialdemokratische Partei. Dass die SVP durch die Presse teils etwas stiefmütterlich behandelt wird, sind wir uns gewohnt, denn starke Institutionen erzeugen Neid und werden gerne etwas zurückgebunden. Wenn man aber die tatsächlichen Fakten der Rheintaler Kandidaten(innen) betrachtet, sieht die Welt doch etwas anders aus. Haben doch die zwei SVP-Vertreter Büchel und Huser insgesamt 75 000 (!) Stimmen erzielt, währenddem die drei Kandidaten der CVP Mattle, Ritter und Ammann es gerade einmal auf 45 000 Stimmen brachten. Dem nüchternen Betrachter wird somit klar, wer heutzutage im Kanton St.Gallen politisch klar die erste Geige spielt. Erfreulich im regionalen Umfeld allerdings sind die Resultate der zwei jungen Rheintaler Damen Bucher und Mattle, wo die St.Margretherin Laura Bucher sogar die neue GLP-Nationalrätin Kessler hinter sich liess. Ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass Herbert Huser als erstmals kandidierender Rheintaler das weitaus höchste Resultat erzielte und sich somit beste Voraussetzungen für die bevorstehenden Regierungsratswahlen geschaffen hat. Ein weiteres Detail ist die Tatsache, dass der Letztplazierte der SVP-Liste doppelt so viele Stimmen erzielte, wie die gewählten Markus Ritter und Margrit Kessler. Das soll die Kräfteverhältnisse in unserem Kanton widerspiegeln und nichts über die Qualität der beiden Gewählten aussagen. Wer vor diesem Hintergrund aber von einer geschwächten SVP spricht, verkennt die Realität.

Was heisst nun der nationale Trend für die kommenden Kantonsratswahlen vom 11. März 2012? Man darf gespannt sein, mit welchen Leuten die zwei neuen Parteien GLP und BDP antreten werden. Sie müssen jetzt Basisarbeit leisten, soll es ihnen nicht ergehen wie zB. der ehemaligen LdU oder der Autopartei, welche selbst mit grösseren Wähleranteilen wieder von der Bildfläche verschwanden. Dabei stark in der Verantwortung steht nun natürlich die neue GLP-Vorzeigefrau Kessler. Die SVP würde sich natürlich über eine möglichst breite- und vor allem ernstzunehmende Konkurrenz freuen. Anderseits würde eine Stärkung der BDP und GLP die politische Mitte auch im Kanton St.Gallen noch mehr zersplittern und sie gleichzeitig diffuser und schwerer fassbar machen. Die Folge wären noch mehr taktische Päckli, anstatt tragfähige Lösungen.

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