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Dragan oder Daniel?

Erschienen am: Mi, 13.01.2010

Es war kurz vor Weihnachten. Im Blick stand riesig: „Schweizer Mädchenhändler Daniel A. in Brasilien verhaftet. Der Missen-König lag mit 15-jähriger im Bett.“ Der Bericht war mit allerhand Fotos eines geschleckten Typen mit schönheitsoperierten Damen bestückt. In seinem Glitzerhemd posierte er auch mit Fussballweltmeister Romario, dem 55-fachen Torschützen der brasilianischen Nationalmannschaft.

Der Mann ist seit Jahren im Frauenhandel tätig. Seine üblen Machenschaften waren schon 1997 vom Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) dokumentiert worden. Jetzt hat er sogar noch als surinamischer Vizekonsul gross getan. All dies ist aus hiesigen und brasilianischen Medien zu erfahren. Doch es ist nur ein Teil der Wahrheit.

Ein übler Typ

Weil ich mich früher auf Botschaften und Konsulaten selbst um solche „Klienten“ kümmern musste, hat mich der Fall interessiert. So wurde mir bestätigt, dass der üble Schurke während Jahren minderjährige Mädchen in ganz Europa zu „Kunden“ geschickt hatte. Das UNO-Flüchtlingskommissariat belegt, wie die jungen Frauen von ihm eingesperrt, ausgehungert und geschlagen wurden. Er führte von unserem Tal aus auch eine Firma, die über eine dubiose 0900-er-Nummer im Pornogeschäft ihr Unwesen trieb.

Sein Name ist Dragan

Machen wir zuerst klar, wer dieser schmierige Typ wirklich ist. – „Daniel A.“ war als Dragan zur Welt gekommen und stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Trotz all dem, was er mittlerweile auf dem Kerbholz hat, wurde er hier problemlos eingebürgert. Mit weltweiten Folgen: Wenn Doppel-Bürger-Gauner, Doppel-Bürger-Verbrecher oder Doppel-Bürger-Zuhälter im Ausland ein „Puff“ haben, helfen ihnen selten die Vertreter ihrer Herkunftsländer. Viel mehr haben eidgenössische Beamte und Diplomaten die Arbeit und die daheim gebliebenen Schweizer die Kosten.

Fast 1'000 neue Doppelbürger pro Woche

Bei uns werden im Moment jede Woche um die tausend Ausländer eingebürgert. Die allermeisten behalten ihre alten Nationalitäten und Pässe. Viele ziehen dann irgendwo in die Welt hinaus. Wie Dragan.

Nochmals, kurz, damit wir alles richtig verstehen: Dragan, der eingebürgerte Ex-Jugoslawe, gibt sich als surinamischer Diplomat aus, treibt in Südamerika sein Unwesen und wird von der brasilianischen Polizei verhaftet. Was machen die Medien daraus? Sie schreiben, locker vom Hocker, vom „Schweizer Mädchenhändler Daniel A.“

Trotzdem: Widmer-Schlumpf will Einbürgerungen erleichtern

Wie handelt die offizielle Schweiz? Sie verrennt sich einmal mehr nach links. Bundesrätin Widmer-Schlumpf beschenkt Dragan & Co. zu Weihnachten: Sie will per Gesetz, dass die Ausländer künftig den Pass nochmals um vier Jahre eher erhalten als bisher. Und der Kanton St. Gallen verordnet Zwangseinbürgerungen für Männer aus dem Balkan, die an der zuständigen Rheinecker Bürgerversammlung abgelehnt worden sind.

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