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Sachpolitik oder Kampf um das politische Ueberleben? (Antwort auf den Leserbrief Werner Ritter vom 26.01.11)

Erschienen am: Mo, 07.02.2011

Leserbriefschreiber Ritter weiss genau, dass er mit dem Thema „Spitalschliessungen“ bei seinen Wählern mit Blick auf seine Wiederwahl als Kantonsrat punkten kann. Zielführender wäre aber, seine Ausführungen würden der Neuzeit entsprechen, zukunftsgerichtet sein und der Sache dienen.

Dass die Infrastruktur des Spitales Altstätten nach einer Investition von 100 Millionen Franken besser sein wird, merkt auch ein SVP-Vertreter. Nur stellt sich die SVP zusätzlich Fragen weitreichender Natur. Ist es sinnvoll, über 1 Milliarde Schweizerfranken in über 100 Jahre alte, falschplazierte Spitäler zu stecken? Können wir uns die wahrscheinlich weltweit einmalige Situation, nämlich vier Spitäler auf wenigen Quadratkilometern, noch leisten? Müssten nicht mindestens Alternativen geprüft werden? Absolut verlässliche gesamtschweizerische Studien geben eine glasklare Antwort, nämlich, dass wir über die Bücher gehen müssen. Allein die ins Unermessliche steigenden Krankenkassenprämien zwingen uns, die hohe Spitalkonzentration in unserem Land grundsätzlich zu überdenken.

Dass Kollege Ritter bereits von geschlossenen Spitälern und längeren Anfahrtswegen spricht, macht ihn zum Hellseher. Wir wären schon dankbar, wenn er mithelfen würde, wenigstens Alternativen zu prüfen. Vielleicht würde er dabei dann die Unterstützung einer fehlgeleiteten St.Galler Spitalpolitik etwas zu hinterfragen beginnen. Er zieht es aber vor, in das Boot unserer Regierungsrätin Heidi Hanselmann zu sitzen. Auch sie will bezüglich Spitalpolitik mit unrealistischen Versprechen an die St.Galler Bevölkerung ihre Wiederwahl sichern. Von Advokat Ritter hingegen dürfte man erwarten, dass er als gescheiter Historiker seinen Blickwinkel nicht nur in die Vergangenheit richtet, sondern die Augen auch für die Zukunft öffnet.

Vernunft ist in der Gesundheitspolitik gefragt, da gebe ich Kantonsratskollege Ritter recht. Die Frage stellt sich nur, ob seine starrsinnige Haltung oder die seriösen Untersuchungen von Gesundheitsfachleuten Schule machen werden. Diese Studien kommen alle zum gleichen Schluss: Das engmaschige Schweizer Spitalnetz lässt sich aus Kostengründen längerfristig nicht aufrechterhalten. Es sei denn, wir tolerieren als Steuerzahler, dass täglich mehr Leute (aktuell sind es etwa 200 000) ihre Krankenkassenprämien nicht mehr zahlen können und somit die Allgemeinheit dafür aufzukommen hat.

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