» zurück zu den Leserbriefen

„Strategie Nachtleben in St. Margrethen?“

Erschienen am: Fr, 18.01.2013


Anfrage: Bitte um Stellungnahme zu „Strategie Nachtleben in St. Margrethen?“


Sehr geehrter Gemeindepräsident, sehr geehrte Gemeinderätinnen, sehr geehrte Gemeinderäte
In unserem Bestreben die Entwicklung von St. Margrethen positiv und nachhaltig zu Entwickeln,
stellen sich uns diverse Fragen zum eingangs erwähnten Thema. Wir bitten um Stellungnahme.
In St. Margrethen wurden auf Ende Jahr hin mehrere Bauanzeigen publiziert, welche es den
Gesuchstellern ermöglichen, ihre Dancings, Bar's und Pub's bis in die frühen Morgenstunden
(03:00, beziehungsweise 05:00) geöffnet zu haben. Diese gleichzeitig auftretenden Gesuche für
verlängerte Öffnungszeiten werfen ein paar Fragen auf. So zum Beispiel: warum wollen alle
verlängerte Öffnungszeiten? Und warum bewilligt der Gemeinderat diese? Steht die Idee dahinter,
dass St. Margrethen im Nachtleben attraktiver werden soll? Will man damit „Nicht-ortsansässige-
Gäste“ in unser Dorf locken? Ist das eine weiterführende Strategie zur Bereicherung der
Dorfgemeinschaft in St. Margrethen?
Mit Videofilmen wird unser Dorf als attraktiver Standort für Unternehmen und für den Mittelstand
präsentiert. Einige Highlights werden hervorgehoben, andere Dinge jedoch wohlweislich
ausgeblendet. Wie verträgt sich denn die Wandlung zur Hochburg für Nachtschwärmer und
Milieubesucher mit dem „Heile Welt-darstellenden-Wunschgedanken“ eines attraktiven Ortes?
Was haben die Dorfbewohner von den verlängerten Öffnungszeiten? Ausser Unannehmlichkeiten
nichts. Lärm, Gepöbel, Kavalierstarts, Autotüren schletzen, zwischendurch mal
Handgreiflichkeiten und lautstarke Auseinandersetzungen dürften dann zum Alltag von St.
Margrethen gehören, wie dies in den grösseren Städten schon der Fall ist.
Ist das der Weg in die Zukunft von St. Margrethen? Schaut man mal über den Zaun, also weiter in
andere Regionen, wird man feststellen, dass gerade die steuergünstigsten Kantone und
Gemeinden nicht diejenigen sind, welche ein grossartiges Nachtleben anbieten. Ihre Infrastruktur
ist einfach und schlicht - eben noch schweizerisch. Und darum ziehen auch gute Steuerzahler in
diese Regionen und Gemeinden.


„Strategie Nachtleben in St. Margrethen?“

Und was macht unsere Gemeinde? Genau das Gegenteil. Bereits gebremst durch einen hohen
Ausländeranteil, der vor den Schulzimmern unserer Schulen nicht Halt macht, steuermässig
ziemlich unattraktiv, entsprechen die Bestrebungen zur Steigerung der Attraktivität nicht unbedingt
wohlüberlegter Strategie. Was unsere Gemeinde an Öffnungszeiten für die Gesuchsteller
bewilligt, ist gegen die Bürger von St.Margrethen gerichtet, welche hier schlafen, einer Arbeit
nachgehen, hier Steuern zahlen und zu den frühen Morgenstunden kaum in einer Bar anzutreffen
sind. Vielmehr werden Auswärtige und andere Nachtmenschen unser Dorf in der Nacht
heimsuchen. So ist es kritisch betrachtet eher eine gefährliche Entwicklung. Einerseits geben wir
Geld für private Sicherheitsdienste aus und andererseits wird so eine 24 Stunden Gesellschaft
begünstigt, was nicht gerade förderlich für eine aufstrebende Gemeinde ist.
Es ist weiterhin erstaunlich, dass solche Bewilligungen erteilt werden und vormals mit allen Mitteln
versucht wurde, den Neubau einer AGROLA Tankstelle zu verhindern. Diese wäre jedoch
ausserhalb des Dorfes geplant gewesen, und nicht im Zentrum. Der Hauptgrund zur Gegenwehr
gegen die Tankstelle sind angeblich die Emissionswerte. Dass aber auch so ein Barbetrieb, durch
die Gäste, welche mit dem Auto zufahren, die Emissionswerte erhöht werden, scheint belanglos
zu sein. Auch ziehen solche Restaurantbetriebe nicht gerade die Kundschaft an, die wir in St.
Margrethen gerne sehen möchten. Mindestens müsste bei solchen Gesuchen die Lage der
„Wirtschaft“ berücksichtigt werden hinsichtlich allfälliger umliegender Wohngebiete.
Es macht den Anschein, dass es eine der grössten kommenden Herausforderung des
Gemeinderates sein wird, den Folgen der eigens gelegten Eier wieder Herr zu werden.
Wir danken im Voraus für eine baldige und umfangreiche Stellungnahme von Ihrer Seite. Wir
hoffen, dass wir zusammen mit Ihnen, die Gemeinde St. Margrethen zielorientiert und bedacht in
eine erfolgreiche Zukunft führen können.

 

 

Mit freundlichen Grüssen
SVP St. Margrethen

 

Karin Thurnheer /Fabian Herter/  Marcel Toeltl
Präsidentin Vize-Präsident Mitglied

» zurück zu den Leserbriefen

SVP Rheintal | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Realisierung: RightSight.ch